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Spezielle Schmerztherapie

„Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit einer aktuellen oder potentiellen Gewebeschädigung einhergeht oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.“ So lautet die offizielle und anerkannte Definition der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes.

Grundsätzlich ist Schmerz jedoch ein subjektives Empfinden, das individuell wahrgenommen wird oder wie der Volksmund sagt: „Der gleiche Schmerz tut jedem anders weh.“

Deutlich belastender als akute Schmerzen, die meist von selbst abklingen sobald die auslösende Ursache beseitigt bzw. geheilt ist, werden chronische Schmerzen empfunden. Von einem chronischen Schmerz spricht man, wenn die Schmerzen länger als drei bis sechs Monate anhalten oder über diese Zeitspanne immer wiederkehren. Chronische Schmerzen gehen mit einer Beeinträchtigung auf der körperlichen (somatischen), der seelischen (psychischen) und der zwischenmenschlichen (sozialen) Ebene einher. Es treten Funktionseinschränkungen und Mobilitätsverlust, Störungen der Befindlichkeit, der Stimmung und des Denkens mit schmerzbezogenem Verhalten, aber auch Behinderungen bei der Arbeit auf.

Um das subjektive Schmerzempfinden einschätzen zu können, ist der Arzt bei der Diagnostik auf die Mithilfe des Patienten angewiesen. Eine ausführliche Anamnese gibt wichtige Hinweise zur Krankengeschichte, zu aktuell belastenden Faktoren und zu Stressfaktoren. Mithilfe eines Schmerzfragebogens lassen sich Art, Ort, Dauer und Stärke des Schmerzes analysieren. Eine körperliche Untersuchung, ggf. ergänzt durch  RöntgenaufnahmenUltraschalluntersuchungen, Laborwerte oder andere diagnostische Maßnahmen werden ausgewertet und zu Diagnosen zusammengefasst. Darauf aufbauend wird in Zusammenarbeit mit dem Patienten entschieden, welche Behandlung erforderlich und sinnvoll ist.

Eine ganzheitliche Betrachtung ist dabei wichtig. Bei Menschen mit chronischen Schmerzen ist das gesamte Nervensystem in einem sensiblen Zustand und reagiert viel empfindlicher auch auf andere Reize wie Lärm, Geruch, Stress und andere psychische Belastungen. Dieses hochregulierte und übersensible Nervensystem kann sich jedoch auch wieder herunterregulieren, d. h. der Körper kann die Überempfindlichkeit wieder „verlernen“.

Die Behandlung chronischer Schmerzen erfordert eine ganzheitliche Therapie nach dem bio-psycho-sozialen Modell, die sämtliche Faktoren berücksichtigt und bei der verschiedene Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten. Schmerztherapie ist daher Teamarbeit.

Bewährt hat sich eine Kombination aus medikamentöser Therapie und ergänzenden Verfahren, die den Patienten auf seinem Weg aus dem Teufelskreis des Schmerzes zurück in den Alltag begleiten. Dazu zählen u. a. Physio- und Bewegungstherapie, Physikalische Therapien, Akupunktur,  TENS-Behandlung und lokale Infiltrationen oder schmerzstillende Infusionen, aber auch invasive Schmerztherapien wie z. B. die periradikuläre Therapie. Im Rahmen einer psychologischen oder psychotherapeutischen Behandlung kann erreicht werden, dass der Patient wieder mehr Kontrolle über seinen Schmerz erhält. Operative bzw. neurochirurgische Verfahren können zum Einsatz kommen, wenn alle konservativen Therapieverfahren ausgeschöpft sind.

Die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen ist ebenso schwierig wie langwierig. Bei den meisten chronischen Schmerzkrankheiten ist eine völlige Schmerzfreiheit nicht zu erzielen. Unser Ziel ist es, für Schmerzpatienten alle Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen und sie in ihrer eigenverantwortlichen aktiven Schmerzbewältigung zu begleiten, um so die subjektive Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Deutschen Schmerzgesellschaft

Ärzte für spezielle Schmerztherapie müssen eine mindestens einjährige Weiterbildung absolvieren, in der sie theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten in der Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzzustände erwerben und eine Prüfung vor der Ärztekammer ablegen. Frau Gabriele Welling,  Mitglied unseres Ärzteteams, führt die Zusatzbezeichnung „spezielle Schmerztherapie“. Zusätzlich erhielt sie von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung der schmerztherapeutischen Versorgung. Mit der Erteilung dieser Ermächtigung sind hohe fachliche Qualifikationen und weitere Anforderungen (z. B. die regelmäßige Teilnahme an interdisziplinären Schmerzkonferenzen) verbunden.