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Spezielle Schmerztherapie

„Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit einer aktuellen oder potentiellen Gewebeschädigung einhergeht oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.“ So lautet die offizielle und anerkannte Definition der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes.

Grundsätzlich ist Schmerz jedoch ein subjektives Empfinden, das individuell wahrgenommen wird. Oder wie der Volksmund sagt: „Der gleiche Schmerz tut jedem anders weh.“

Deutlich belastender als akute Schmerzen, die von selbst abklingen, sobald die auslösende Ursache beseitigt bzw. geheilt ist, ist der chronische Schmerz. Davon spricht man, wenn die Schmerzen länger als sechs Monate anhalten oder über diese Zeitspanne immer wiederkehren.

Um das subjektive Schmerzempfinden einschätzen zu können, ist der Arzt bei der Diagnostik auf die Mithilfe des Patienten angewiesen. Eine ausführliche Anamnese gibt wichtige Hinweise zur Krankengeschichte, aktuell belastenden Faktoren und Stressfaktoren. Mithilfe eines Schmerzfragebogens lassen sich Art, Ort, Dauer und Stärke des Schmerzes analysieren. Eine körperliche Untersuchung, ggf. ergänzt durch RöntgenaufnahmenUltraschall, Laborwerte oder andere Untersuchungen werden ausgewertet und zu Diagnosen zusammengefasst. Darauf aufbauend wird entschieden, welche Behandlung erforderlich und sinnvoll ist.

Wichtig ist dabei immer eine ganzheitliche Betrachtung. Bei Menschen mit chronischen Schmerzen ist das gesamte Nervensystem in einem sensiblen Zustand und reagiert viel empfindlicher auf andere Reize sie Lärm, Geruch, Stress und andere psychische Belastungen. Dieses hochregulierte und übersensible Nervensystem kann sich jedoch auch wieder herunterregulieren, d. h. der Körper kann die Überempfindlichkeit „verlernen“.

Die Behandlung chronischer Schmerzen erfordert eine ganzheitliche Therapie, die sämtliche Faktoren berücksichtigt und in der verschiedene Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten. Schmerztherapie ist daher Teamarbeit. Bewährt hat sich eine Kombination aus medikamentöser Therapie und ergänzenden Verfahren, die den Patienten auf seinem Weg aus dem Teufelskreis zurück in den Alltag begleiten. Dazu zählen u. a. Physio- und Bewegungstherapie, Physikalische Therapien, Akupunktur,  TENS-Behandlung und lokale Infiltrationen oder schmerzstillende Infusionen, aber auch invasive Schmerztherapien wie z. B. die periradikuläre Therapie. Im Rahmen einer psychologischen oder psychotherapeutischen Behandlung kann erreicht werden, dass der Patient wieder mehr Kontrolle über seinen Schmerz erhält. Operative bzw. neurochirurgische Verfahren können zum Einsatz kommen, wenn alle konservativen Therapieverfahren ausgeschöpft sind.

Von keiner Therapiekombination darf absolute Schmerzfreiheit erwartet werden. Realistisch ist eine Reduzierung der Schmerzen um 30 bis 50 %. Die verbleibenden Schmerzen zu akzeptieren ist die notwendige Voraussetzung für erfolgreiche therapeutische Gegenmaßnahmen – gleichzeitig aber sicherlich auch die schwierigste Herausforderung.

Veränderungen brauchen Zeit und Geduld. Auf Schmerzlosigkeit zu warten, bis man etwas tun kann, ist jedoch ein Denkfehler. In der Realität funktioniert es genau umgekehrt. Unser Ziel ist es, bei Schmerzpatienten alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Schmerz verständlich und damit erträglicher zu machen und so die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Deutschen Schmerzgesellschaft

Frau Gabriele Welling,  Mitglied unseres Ärzteteams,führt die Zusatzbezeichnung „spezielle Schmerztherapie“. Ärzte für spezielle Schmerztherapie müssen eine mindestens einjährige Weiterbildung absolvieren, in der sie theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten in der Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzzustände erwerben.